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Reproduktion der REFLEX-Studie?

August 2014

Der Forschungsauftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zur Reproduktion der REFLEX-Studie gebar Pseudoforschung. Wie vorgegangen wurde, ergibt sich aus dem kritischen Kommentar [1.299 KB] von Franz Adlkofer.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlichte 2013 in der Reihe Ressortforschungsberichte zur kerntechnischen Sicherheit und zum Strahlenschutz den Abschlussbericht des von ihm finanzierten Forschungsvorhabens „Einfluss hochfrequenter elektromagnetischer Felder des Mobilfunks auf menschliche Fibroblasten (Gentoxizität)“, mit dem offensichtlich die Ergebnisse der REFLEX-Studie widerlegt werden sollten. Die Autoren um Professor Paul Layer von der Technischen Universität Darmstadt kommen bei der Auswertung ihrer Ergebnisse zu der Schlussfolgerung:

Trotz analoger Testbedingungen zur Reflexstudie, und dem darüber hinaus größeren Umfang der Studie, konnten weder im Comet-Assay noch im Mikrokerntest die Ergebnisse der Reflexstudie bestätigt werden. Es konnten keine statistisch signifikanten Einflüsse auf die Induktion von DNA-Strangbrüchen über den Comet-Assay nachgewiesen werden, unabhängig von Befeldungsintensität und -dauer. Es war auch keine vermehrte Bildung von ROS-induzierten DNA-Addukten nach 72-stündiger Befeldung nachzuweisen.

Diese Schlussfolgerung basiert auf folgenden Fehlleistungen: Fehlerhafte Planung des ForschungsvorhabensIn der REFLEX-Studie wurden die Ergebnisse des Comet Assay, die man mit Fibroblasten eines einzelnen Spenders nach steigender Strahlenexposition und zunehmender Expositionsdauer erhielt, mit den Ergebnissen des Comet Assay verglichen, die man mit unbehandelten bzw. scheinexponierten Fibroblasten desselben Spenders (Kontrolle) erhielt. Im BfS-Forschungsvorhaben dagegen wurden die Mittelwerte des Comet Assay bei den unterschiedlichen Behandlungsgruppen mit den Mittelwerten der scheinexponierten Gruppen (Kontrolle) verglichen. Dieser Forschungsansatz ist wegen der unterschiedlichen Strahlenempfindlichkeit der Fibroblasten in Abhängigkeit vom Spender zur Klärung der Frage der Gentoxizität höchst ungeeignet. Hohe Intra- und Inter-Assay-Varianz der BasisdatenBeim BfS-Projekt wurden die interindividuell bedingten Standardabweichungen aufgrund einer hohen Intra- und Inter-Assay-Varianz weiter vergrößert, weil Präzision und Reproduzierbarkeit des Comet Assay offensichtlich höchst unzulänglich waren. Messungen zur korrekten Erfassung der Intra- und Inter-Assay-Varianz des Comet Assay wurden entweder nicht durchgeführt oder werden - aus was für Gründen auch immer - nicht gezeigt, obwohl sie zur Beurteilung der Wertigkeit der Ergebnisse dringend erforderlich wären. Aufwendige statistische Analyse zur Bestätigung der NullhypotheseAufgrund der Streubreite der Ergebnisse, hinter der mögliche Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung unsichtbar werden, ergibt sich der Verdacht, dass mit dem Forschungsvorhaben die offensichtlich von vornherein angenommene Nullhypothese bestätigt werden sollte. Die aufwendige statistische Auswertung der erkennbar unsinnigen Daten ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie statistische Analysen missbraucht werden können, um einem misslungenem Forschungsvorhaben nachträglich den Anschein von Wissenschaft zu geben.

Da der Forschungsansatz der REFLEX-Studie mit dem der BfS-Studie nicht vergleichbar ist, fehlt der Behauptung, dass die REFLEX-Ergebnisse nicht bestätigt werden konnten, die Logik. Ich habe den Präsidenten des BfS gebeten, meine Beurteilung dieses Forschungsvorhabens [1.299 KB] von jemand, der die erforderliche wissenschaftliche Qualifikation besitzt, überprüfen zu lassen und bei Bestätigung meiner Darstellung die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Hier zum kritischen Kommentar [1.299 KB] von Franz Adlkofer.



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