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Schwerpunkte der weiteren Forschungsarbeit

Risikofaktoren für Hirntumore, insbesondere Gliome, Meningiome und Akustikusneurinome – besonders in Hinsicht auf drahtlose Telefone und einschließlich von Wirkstoffen aus der Umwelt

A. Ziel der Untersuchung ist eine weitere Analyse unserer Fall-Kontroll-Studien aus den Jahren 1997-2003 und 2007-2009 zur Nutzung von drahtlosen Telefonen (Mobil- und Schurlostelefone; DECT) und dem Risiko für Gliome, Meningiome und Akustikusneurinome. Auf Basis der Daten aus den Fragebögen werden wir zusätzlich die Angaben zu den verschiedenen Berufen und Wirkstoffen als mögliche Risikofaktoren für Hirntumore analysieren.
Für beide Zeiträume haben insgesamt 3.563 Fälle (Patienten; 3 davon sowohl mit gutartigem als auch mit bösartigem Tumor) mit Hirntumor den Fragebogen beantwortet. Von diesen wurde bei 1.498 ein bösartiger Hirntumor diagnostiziert, vorwiegend Gliome (n=1.380). Insgesamt wurden 2.068 Fälle mit einem gutartigen Hirntumor berücksichtigt, vorwiegend Meningiome (n=1.625) oder Akustikusneurinome (n=316).

Der Zusammenhang zwischen Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern und Entstehung sowie Promotion und Verlauf der Hirntumore wird analysiert. Die Interaktion zwischen verschiedenen Berufen/Wirkstoffen und der Nutzung von drahtlosen Telefonen wird untersucht werden. Forschung im Bereich der Bioelektromagnetik belegt gemeinsame Wirkungen von chemischen Krebserregern und elektromagnetischen Feldern aus der Umwelt auf die Zellmembran.

Es wird erwartet, dass diese Untersuchung weitere Informationen liefert zur Nutzung von drahtlosen Telefonen und Hirntumorrisiko, einschließlich anderer Risikofaktoren und möglicher Interaktionen zwischen unterschiedlichen Expositionen.

B. Mit demselben Material werden die möglichen Unterschiede der krebserregenden Wirkung der Strahlung aus verschiedenen Quellen (Generationen), denen die Mobiltelefonnutzer ausgesetzt sind, untersucht werden.
Die erste Generation in Schweden waren analoge Telefone (NMT 450 MHz 1981-2007; NMT 900 MHz 1086-2000) mit einer Ausgangsleistung von 1 W, gefolgt von der zweiten Generation mit GSM-Telefonen (2G) mit einer Frequenz von entweder 900 oder 1.800 MHz und pulsierender Ausgangsleistung. Die mittlere Ausgangsleistung war in der Größenordnung von einigen Zehnteln mW. In der dritten Generation mit UMTS-Telefonen (3G) wird Leistung mehr als Amplituden- denn als Pulsmodulation beschrieben und die Ausgangsleistung ist in der Größenordnung von einigen Zehnteln µW. Der jeweilige Standard des Mobiltelefons wurde vermerkt und anhand der Vorwahlnummer geprüft; in Schweden 010 für analoge und 07 für digitale Telefone (2G, 3G).

Die Nutzung von schnurlosen Tischtelefonen wurde mit den annähernd gleichen Fragen abgedeckt: Jahre, durchschnittliche tägliche Nutzung, Verwendung eines Headsets sowie bevorzugtes Ohr. Die Nutzung des drahtlosen Telefons wurde entweder als ipsilateral (50% der Zeit) oder kontralateral (<50% der Zeit) hinsichtlich der Tumor-Seite bezeichnet. Dieselbe Methode wurde auch für die Kontrollgruppe angewandt; in der Vergleichskontrolle wurde den Einzelnen dieselbe „Tumor“-Seite zugeordnet wie dem entsprechenden Fall.

Es wird erwartet, dass dieser Teil der Studie weitere Informationen zum Hirntumorrisiko (Gliome, Meningiome, Akustikusneurinome) verbunden mit den verschiedenen Standards von drahtlosen Telefonen liefert, wie z.B. Latenz (Zeitraum zwischen erster Nutzung und Tumor-Diagnose), kumulative Exposition (Anzahl der Stunden) und mögliche synergistische Wirkungen der verschiedenen Standards von drahtlosen Telefonen.

C. Messungen der hochfrequenten und anderer Felder in der Umwelt mit EME Spy 200
Die Nutzung der drahtlosen Telefone nimmt in der Gesellschaft massiv zu. Besonders in Schulen und Vorschulen ist besorgniserregend. Niemand widerspricht, dass es wichtig ist, die Schulen mit Hochgeschwindigkeitsverbindungen auszustatten. Aber es kann auch eine Kabelverbindung und muss nicht WiFi sein. Bereits 2011 wurde die hochfrequente Strahlung von der Internationalen Agentur für Krebsforschung WHO als für den Menschen möglicherweise krebserregend (Gruppe 2B) eingestuft. Es gibt aktuelle Warnungen aus der internationalen Wissenschaft und von Gesundheitsexperten, siehe z.B. www.bioinitiative.org. Die Sorge in der Öffentlichkeit ist berechtigt und entsprechend groß.

Es gibt nur wenige Messungen der gesamten täglichen Exposition bei Schulkindern und jungen Erwachsenen. Die Ergebnisse dieser Messungen würden die wissenschaftliche Diskussion über die gesundheitlichen Risiken befördern, und man könnte die Exposition in Beziehung bringen mit den schädlichen biologischen Wirkungen, die auf Laborstudien basieren.
EME Spy 200 ist ein neues Gerät zur kontinuierlichen Messung der Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern. Es misst FM, TV3, TETRA, TV4&5, WiFi 5G, GSM, DCS, DECT, UMTS, WiFi 2G, LTE 2600, WiMax. In schwedischen Schulen wird meistens das 5,2 GHz WiFi-Netz genutzt. Daher ist es wichtig diese Exposition zu messen. EME Spy 200 kann das.
Zuerst werden wir ein Pilotprojekt durchführen, um die Möglichkeit für weitere große Studien zu untersuchen. Dieser Teil enthält auch den Kauf des EME Spy 200.

Arbeitsgruppe
Leiter: Lennart Hardell, MD, PhD, Abteilung Onkologie, Universitätskrankenhaus, Örebro, Sweden
lennart.hardell@orebroll.se (Onkologie, Epidemiologie)
Mitarbeiter: Michael Carlberg, MSc, Abteilung Onkologie, Universitätskrankenhaus, Örebro, Sweden michael.carlberg@orebroll.se (Statistik)
Fredrik Söderqvist, PhD, DmedSc, Abteilung Öffentliche Gesundheit und Kommunale Medizin, Kreistag von Västmanland, Västerås, Sweden. fredrik.soderqvist@ltv.se (Epidemiologie)
Mikko Ahonen, PhD, School for Information and Sciences, Universität Tampere, Finnland mikko.p.ahonen@uta.fi (berufsbedingte Exposition, Dosimetrie)
Tarmo Koppel, Doktorand, Technische Universität Tallinn, Estland
tarmo.koppel@ttu.ee (berufsbedingte Exposition, Dosimetrie)

Kosten für ein Jahr
Statistiker 7 Monate = 38 000 Euro; erfahrener Wissenschaftler 4 Monate = 14 000 Euro; sonstige Kosten (Meetings, Publikationen usw.) = 2 000 Euro und Universitätspauschale 18.2 % = 9 800 Euro
insgesamt = 63 800 Euro

Lennart Hardell

arbeitet als Professor der Onkologie am Hospital der Universität Örebro in Schweden. Einen Großteil seiner Arbeit widmet er der Erforschung von Risikofaktoren für Krebs. Beispiele dafür sind Pestizide, Herbizide, Dioxine, polychlorierte Biphenyle (PCB), bromierte Flammschutzmittel und andere organische Schadstoffe. Seit einer Reihe von Jahren untersucht er mit seiner Arbeitsgruppe insbesondere den Einfluss der Strahlung von Mobil- und Schnurlostelefonen auf die Entstehung von Hirntumoren.